Wir züchten im Deutschen Retriever Club
gew. am: 12.06.1995 gest.: 23.02.2008
Vater: Amin vom Leinetal
Mutter: Afra vom Leinetal
Am 19.August 1995 zog Betty bei uns ein.
Über eine Zeitungsannonce waren wir auf den Verkauf von Golden Retriever Welpen gestoßen. Damals, sehr unerfahren, nahmen wir Kontakt auf und konnten natürlich gleich und ohne viele Fragen beantworten zu müssen einen Welpen bekommen. Wohlgemerkt stammt Betty von einem Züchter aus einem nicht dem VDH/FCI angeschlossenem Verein.
Wir fuhren dort hin und bekamen zwei Welpen, einen Rüden und eine Hündin, in einen Raum gebracht. Futter und Erstausstattung konnte man sofort mit erwerben. Der kleine Rüde schlief gleich ein, aber Betty verfolgte mich auf Schritt und Tritt und so konnte ich nicht widerstehen sie mitzunehmen.
Nun hatte ich nach acht hundelosen Jahren endlich wieder einen Hund. Die erste Nacht in Ruhla verbrachte Betty auf unserem Hof unter einem Gartenstuhl, da sie nicht zu bewegen war mit ins Haus zu kommen, denn das kannte sie wohl gar nicht.
Ihre erste Mahlzeit bei uns fraß sie so gierig, dass ich jeden Moment dachte, sie verschlingt die Schüssel mit. Dieser Zustand hält, vielleicht ein klein wenig abgeschwächt, bis heute an. Betty ist eine sehr vorsichtige und zurückhaltende Hündin, es sei denn es kommt etwas Essbares ins Spiel, dann kann sie schon über ihren Schatten springen. Sie ist sehr lieb und die heimliche Chefin unseres kleinen Rudels, was sie aber nur in wenigen Situationen zeigt. Grundsätzlich liebt sie die beiden Jüngeren abgöttisch und beschützt sie auch vor anderen Artgenossen, mit etwaigen nicht so guten Absichten. Zum Beispiel wurde Momo als ganz junge Hündin von einem Schäferhund aus heiterem Himmel angegriffen. Ich ging dazwischen und gab den Bösewicht den Laufpass aber ohne Betty zu beachten, denn diese nahm die Verfolgung auf und schlug ihn endgültig in die Flucht. Noch heute, wenn uns dieser Hund über den Weg läuft, passt Betty peinlich genau auf, dass er ihren beiden Freundinnen nicht zu nahe kommt und wehe dem......!
Betty liebt es über alles mit Tannenzapfen zu spielen, sie hochzuwerfen und wieder aufzufangen, stundenlang...
Sie geht unheimlich gerne mit uns auf Reisen. Auch auf Ausstellungen ist sie stets als Zuschauerhund mit von der Partie und weil dort wohl fast jeder besondere Leckereien in der Tasche hat, ist sie ganztags damit beschäftigt irgendetwas zu erhaschen.
Natürlich hat unsere inzwischen alte, aber noch rüstige Dame auch so ihre Privilegien. Zu ihrem Geburtstag fahren wir alljährlich mit ihr zu McDonalds. Dort bekommt sie ihre eigene Portion Chicken McNuggets . Das ist für sie das absolute Highlight!
Wir hoffen, dass sie noch sehr lange so fit bleibt und uns noch viele Jahre mit bettelnden Blick beim Frühstück hospitiert.
Anfang Dezember 2007 mußte unsere Betty an einem Gesäugetumor operiert werden. Die OP verlief ohne Komplikationen und sie erholte sich danach ausgesprochen schnell. Leider besagte der Laborbefund keine guten Aussichten, da es sich um ein bösartiges und aggressives Adenokarziniom handelte. Trotzdem konnten wir uns keinesfalls vorstellen, dass unsere Betty nicht wieder gesund werden sollte. Sie bekam eine Misteltherapie, eigens auf ihre Krankheit zugeschnitten und wir versuchten sie so gesund und natürlich wie möglich zu ernähren. Sie fraß mit Appetit wie immer und genoss nach wie vor unsere Spaziergänge. Keinesfalls wollte sie zum "alten Eisen" gehören. Sie spielte mit ihren beiden Freundinnen und sauste regelrecht durch den Garten. Wir waren wirklich voller Optimismus, dass sie es doch irgendwie schaffen und noch eine ganze Zeit an unserer Seite sein würde. Wir hatten noch einige wunderschöne unbeschwerte Wochen. Doch leider bekam sie Mitte Februar Atemprobleme, was uns veranlasste zum Tierarzt zu gehen. Ihre Blutwerte waren super aber der Röntgenbefund war niederschmetternd.....! In den darauffolgenden Tagen ging alles sehr schnell und ich glaube es war die bisher schwerste Entscheidung meines Lebens!
Am 23.Februar 2008 mußten wir dann unsere geliebte Betty schwersten Herzens über die Regenbogenbrücke gehen lassen. Wir vermissen sie so unendlich sehr! Oft ertappe ich mich, dass ich mir zum Spaziergang drei Leinen umhänge oder nach ihrer Futterschüssel greife. Alles ist anders und es ist so leer ohne sie!
Sie war unser erster Golden und mit ihr begann die Liebe zu dieser wundervollen Rasse. Sie hat uns in den 12,5 Jahren so viel Freude bereitet und wir sind dankbar, dass wir sie haben durften. Betty, in unserem Herzen wirst Du immer weiterleben!