Wir züchten im Deutschen Retriever Club
Im Januar 1998 verschwandt Betty`s "großer Bruder", unser Kater Felix. Er war damals knapp fünf Jahre alt und urplötzlich, wie vom Erdboden verschluckt, von einem seiner täglichen Spaziertouren nicht mehr zurückgekehrt. Wir starteten eine wochenlange Suchaktion, leider ohne Erfolg. Der Verlust von unserem gestiefelten Kater machte uns sehr zu schaffen, aber wir konnten uns nicht durchringen eine andere Katze aufzunehmen. Zu groß waren unsere Bedenken, dass auch diese wieder einfach so verschwinden könnte . Bis heute wissen wir nicht, was ihm damals zugestoßen ist!
So reifte ganz langsam in mir der Gedanke nach einem zweiten Hund. Heimlich fing ich an die Welpenliste des DRC zu durchstöbern. Es dauerte noch etliche Wochen, bis ich irgendwann über die Deckmeldung von "Alice von der Fahner Höhe" stolperte. Das war auch ganz in unserer Nähe und so rief ich dort mal an und hatte die Züchterin Heike Hesse an der Strippe. Ich erfuhr, dass es der erste Wurf im Zwinger "of Chestnut Tree" werden sollte und ich der erste Welpeninteressent war.
Ein Termin wurde vereinbart um Alice kennen zu lernen.
Schon die nächste Woche ging es ab nach Erfurt, natürlich mit Kind und Mann im Gepäck. Alice bezauberte mich sofort mit ihren dahinschmelzenden Blick und ihrer liebenswerten Art.
Von da an war für mich klar, dass demnächst ein Retrieverkind unsere Familie bereichern würde. Aber ersteinmal hieß es abwarten, ob´s denn auch geklappt hatte. Und wie es geklappt hatte! Am 02.07.1998 wurden vier Mädels und zwei Jungs geboren. Heike versorgte mich von nun an mit aktuellen Fotos und nach ca. 2,5 Wochen durften wir den ersten Welpenbesuch starten.
Ich hockte entzückt vor der Welpenkiste und für mich kam nur eine dunkle Hündin in Frage, möglichst eine ganz Dunkle. Es waren drei dunkle und nur eine helle Hündin.
Nun zog es mich allwöchentlich gen Erfurt. Es war wunderbar die Entwicklung zu verfolgen. Als die Welpen sechs Wochen alt waren hatte ich mich verliebt und zwar hoffnungslos - in die helle Hündin! Da mir bekannt war, dass der Züchter die Welpen für die neuen Besitzer aussucht, wusste ich, dass ``die Helle`` mir nicht zugedacht war. Irgendwie, vielleicht auch ein bisschen weil ich der erste "Chestnut Tree" – Welpenkäufer war, durfte ich mich dann doch noch auf sie freuen.
Anfang September war es dann soweit, ich konnte Kira abholen. Ich werde das Bild nie vergessen, als ich auf den Hof kam und alle Welpen im Auslauf spielten, nur Kira saß vor der Tür des Welpenauslaufes, als ob sie schon auf uns gewartet hätte. Sie saß solange dort, bis alle Formalitäten erledigt waren und ich sie auf den Arm nahm.
Nun hatte ich einen Zwei-Hunde-Haushalt und es war keinesfalls mehr langweilig. Kira eroberte die Herzen aller im Sturm. Sie entpuppte sich als Knutschebacke mit einem zuckersüßen Wesen. Sie absolvierte den Wesenstest mit Bravour, bekam einen vorzüglichen Formwert, bestand die Begleithundeprüfung und die Dummyprüfung für Anfänger. Da ihre Gesundheitsergebnisse auch absolut im grünen Bereich lagen und sie immer wieder durch ihr phantastisches Wesen aufmerksam machte, kamen so ganz langsam Zuchtgedanken in mir auf. Es war ein sehnlicher Wunsch von mir, dann eine Tochter von Kira zu behalten. Und so nahm dann die Geschichte ihren Lauf......